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„Umgang mit Obdachlosen ist ein Skandal“

Foto von Nadja ReiglNadja Reigl

„Knöllchen für Obdachlose. Geht’s noch?“ fragt Nadja Reigl, stellv. Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE & PIRATEN und Mitglied im Sozialausschuss.

Sie ist empört, weil ein Obdachloser ein Knöllchen von einem Mitarbeiter des Ordnungsamtes erhalten hat. Nicht zum ersten Mal. Der „Verstoß“ des Mannes: Er hatte in der Innenstadt unter freiem Himmel geschlafen.

„Haben wir wirklich keine anderen Probleme in der Stadt Dortmund?“, fragt Nadja Reigl. „Ist es nicht eher ein Problem, dass im reichen Deutschland so viele Menschen kein Dach über dem Kopf haben? Und ist es nicht eher auch ein Problem, dass bei den aktuellen Minus-Temperaturen Menschen erfrieren könnten?“

Nadja Reigl: „Das Ordnungsamt ist offiziell für Sicherheit, Sauberkeit und Ordnung in Dortmund zuständig. Ich frage mich, welcher Bereich durch den obdachlosen Mann in Gefahr war? Stand die Sicherheit Dortmunds durch den schlafenden Mann auf dem Spiel? Lag der Mann verkehrsbehindernd im Weg, so dass die Ordnung des Straßenbildes gefährdet war?

Ich vermute aber vielmehr, dass es wieder einmal um die ganz besondere Form von Sauberkeit ging. Diese Sauberkeit hatte die CDU schon mal eingefordert, als sie den Hauptbahnhof von diesen unerwünschten Mitmenschen ‚säubern‘ wollte.“

Nadja Reigl: „Ich finde es skandalös, wie hier mit den Schwächsten der Gesellschaft umgegangen wird. Die Stadt Dortmund hat eine Verantwortung für jeden Menschen, der hier lebt. Deshalb ist es automatisch die Aufgabe von städtischen Mitarbeitern, auch Obdachlosen zu helfen. Man könnte sie zum Beispiel auf die nächste Übernachtungsstelle hinweisen, die mit 7 Euro pro Übernachtung ja immer noch günstiger ist als ein Knöllchen. Ihnen aber einen Strafzettel zu verpassen, das ist regelrecht pervers.“

Ohnehin könnte die Stadt generell mehr für Obdachlose tun“, meint Nadja Reigl. Mit Kältebussen, etwa. Mit Boxen aus Spanplatten, auch für Obdachlose mit Hunden zum Beispiel. Oder mit der Erlaubnis, in einer U-Bahn-Haltestelle zu übernachten. „Aber davon wollen die angeblichen Sozialpolitiker ja nichts wissen.“

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