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Dortmunder Weihnachtsbaum im Aufbau

Der giftigste Weihnachtsbaum???

Der Inhalt der Artikel gibt die Meinungen der einzelnen Autoren wieder und ist keine offizielle Verlautbarung der Piratenpartei.

Kein Wintermärchen

Wolfgang S. ist Pirat. Piraten nutzen häufig Twitter und so las Wolfgang am 21. Oktober 2016:

Twitter Stadt Dortmund zum Weihnachtsbaum

Wolfgang fing direkt an zu rechnen. Der Weihnachtsbaum soll bis zum 30. Dezember beleuchtet bleiben. Also dürfen die 1700 Rotfichten, aus denen er besteht, bis dahin nicht zuviele Nadeln und nicht zuviel Farbe verlieren. Von dem Tag an, an dem die allererste Rotfichte geschlagen wurde sind das 70 Tage. Hm, so einen Baum hätten sicher viele gerne in ihrer Wohnung. Irgendwie halten normale Weihnachtsbäume nie so lange durch. Selbst mit guter Pflege schaffen die wenigsten Bäume die gesamte Adventszeit, also vier Wochen, und die günstigen Rotfichten erst recht nicht. Wolfgang schlussfolgert, dass die Weihnachtsbäume mit irgendetwas behandelt worden sein müssen. Nur so können aus einer der am wenigsten haltbaren Fichtensorte auf einmal rekordverdächtige Weihnachtsbäume werden. Diese Überlegung wirft für Wolfgang direkt ein paar Fragen auf: Warum kriegen nur die Rotfichten für den größten Weihnachtsbaum der Welt dieses wundersame Weihnachtsbaumdoping. Ist das Zeug etwas giftig?

Ist der Dortmunder Weihnachtsbaum also nicht nur der größte, sondern auch der giftigste Weihnachtsbaum der Welt?

Ein Pirat fragt natürlich so schnell nach, dass nicht einmal mehr die Autovervollständig mithält, und erhält kurz darauf eine Antwort:

Twitter Nachfrage Behandlung WeihnachtsbäumeSDB=Sicherheitsdatenblatt

Die Frage nach Chemie scheint die Stadt Dortmund gar nicht zu beunruhigen. Es geht ja auch nur um den größten Weihnachtsbaum der Welt und die vermutlich weltweit größte Anzahl von gespritzten Rotfichten. Deswegen versteht sie vermutlich auch nicht Wolfgangs Reaktion:

Reaktion Stadt Dortmund auf Frage nach Sicherheitsdatenblatt

Ja es stimmt, niemand hat gesagt, dass es auf dieser gesamten Welt kein Sicherheitsdatenblatt gibt. Nur gibt es anscheinend bei der Stadt Dortmund kein Sicherheitsdatenblatt! Sie will anscheinend auch nicht danach fragen. Also kann sie nicht einmal garantieren, dass eines existiert. Nur was hat das für Konsequenzen?

  • Welchen Auswirkungen haben die verwendeten Substanzen auf die Menschen und Umwelt?
  • Was macht die Feuerwehr im Falle eines Feuers? Sollte die Feuerwehr nicht über Gefahrenstoffe informiert sein? Rotfichten sind  auch ohne Behandlung schon vergleichsweise leicht entzündlich.

Warum will sich die Stadt Dortmund nicht darüber informieren, ob ein Weihnachtsbaum aus 1700 behandelten Rotfichten ein Sicherheitsrisiko darstellt?

Das ist umso erstaunlicher, nachdem eine Reporterin Wolfgang gegenüber erwähnt hat, dass der Baum wohl mit 80000€ Steuergeldern unterstützt wird.

Letztlich hat jetzt Wolfgang versucht die Aufgabe der Stadt Dortmund zu übernehmen und einmal beim Forstbetrieb nachgefragt. Bisher gab es natürlich noch keine Antwort. Zum Glück gibt Wolfgang nicht auf. Vielleicht war Twitter einfach nur der falsche Weg um der Stadt Dortmund eine Frage zu stellen bei der es um die Umwelt und die Gesundheit der Menschen geht. Also hat Wolfgang eine E-Mail an das Dortmunder Umweltamt geschrieben. Laut dem Informationsfreiheitsgesetz in NRW sollte das Umweltamt ja entweder antworten oder laut dem Verwaltungsgesetz wenigstens an die richtige Stelle verweisen. Also ergab sich der folgende E-Mailverkehr (Namen und E-Mailadressen wurden gekürzt oder entfernt):

Von:        Wolfgang S.
Datum:      09.11.2016 12:03
Betreff:    Anfrage Weihnachtsbaum



Sehr geehrte Damen und Herren,


am 21. Oktober dieses Jahres habe ich Sie über Twitter um Auskunft
gebeten, wie und mit welcher Chemie die 1700 Rotfichten für den, in
Dortmund stehenden, größten Weihnachtsbaum behandelt werden.

Zusätzlich habe ich Sie gefragt ob es auch ein Sicherheitsdatenblatt
(SDB) über die eingesetzten Mittel gibt.

Da ihr Twitterteam mir keine Auskunft geben konnte, bitte ich Sie nun
direkt mir Auskunft über die Behandlung der Rotfichten und das
zugehörige Sicherheitsdatenblatt zu geben.


Danke und mit freundlichen Grüßen

Wolfgang S

ein Bürger der Stadt Dortmund
Stadt Dortmund
Der Oberbürgermeister
Umweltamt


Sehr geehrter Herr S,

leider können wir Ihnen Ihre Fragen zu den Fichten, aus denen der
Dortmunder Weihnachtsbaum erstellt wird, nicht beantworten.
Das städtische Umweltamt ist in den Genehmigungsprozess nicht eingebunden.

Die Genehmigungen von Sondernutzungen auf öffentlichen Flächen werden vom
Ordnungsamt erteilt.
Ich bitte Sie jedoch, sich bzgl. Ihrer Fragen direkt an den Veranstalter
des Dortmunder Weihnachtsmarktes zu wenden.

Über den folgenden Link erhalten Sie die Kontaktdaten der Veranstalter:
http://www.dortmunderweihnachtsmarkt.de/impressum/

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag

B. M.
Umweltamt

Brückstraße 45
44122 Dortmund
Telefon: (0231) 50-25422 (Mo - Do)
Fax : (0231) 50-25428

http://www.dortmund.de/umweltamt

Liebe Stadt Dortmund, ein privates Unternehmen ist nicht die richtige Stelle.

Private Unternehmen müssen sich nicht an das Informationsfreiheitsgesetz halten. Behörden müssen sich aber schon daran halten und der Weihnachtsbaum benötigt behördliche Genehmigungen um überhaupt aufgebaut werden zu dürfen. Also wird Wolfgang nun die Stadt Dortmund erneut anschreiben. Zusätzlich wird er auch eine Anfrage an den Veranstalter des Weihnachtsmarktes versenden. Alle Antworten oder nicht-Antworten werden natürlich auf unserer Seite veröffentlicht!

Übrigens, wer möchte kann sich auf der Seite des Dortmunder Weihnachtsmarkt ein Galileo Video vom 2. Dezember 2013 ansehen. In dem Video wird ebenfalls die Frage gestellt, wie die Rotfichten solange überleben. Anschließend die Frage einfach wieder vergessen.

 

Wolfgang S. aka @Onkel_Wolfgang ist Dortmunder Pirat und geht mit offenen Augen durch seine Stadt. Wo angepackt werden muss packt er an und so findet man ihn beim Verteilen von PCs an Bedürftige, bei Train of Hope, auf unseren Infoständen, am Stammtisch oder auf anderen Veranstaltungen. Die schriftliche Aufbereitung erfolgte durch Maggi.

3 Kommentare

  1. 1
    Thomas Schultheis

    Schaut mal hier: https://en.m.wikipedia.org/wiki/1-Methylcyclopropene, das könnte es sein.

    • Hallo Thomas, Danke für Deinen Kommentar. Ich werde Dich weiter auf dem laufenden halten wenn ich was neues erfahren werde.

  2. 2

    Hallo Wolfgang,

    echt genial wie hartnäckig du an der Sache bleibst! Und wirklich sehr bemerkenswert was dir auffältt – wenn man im Nachhinein überlegt stimmt deine Überlegung vollkommen!

    Also, bleib am Ball & ich bin auf das Ergebnis gespannt!

Was denkst du?