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Friedlicher Protest gegen Nazis

Als Unterstützer des Bündnisses BlockaDO haben wir uns auch an diesem 1. Mai wieder gegen Rechtsextremismus engagiert.

Nachdem einige von uns bereits an der Planung der Gegendemonstrationen beteiligt waren, haben wir am Donnerstag mit über zwanzig Piraten gemeinsam mit den anderen Gruppen und vielen weiteren Engagierten an den Aktionen gegen Rechts teilgenommen. Darunter waren mehrere unserer Landtagsabgeordneten sowie Mitglieder des Kreis- und des Landesvorstandes. Wir bedanken uns bei allen, die diesen Protest möglich gemacht haben.

Nachdem klar war, dass eine komplette Blockade der Anreise des Naziaufmarsches nicht mehr gelingen würde, obwohl etwa 300 Gegendemonstranten die S-Bahn Haltestelle Dortmund-Westerfilde erfolgreich blockiert hatten, begleitete unser OB-Kandidat David Grade den Naziaufmarsch. Dabei kam er mit vielen Anwohnern in Westerfilde ins Gespräch. „Sie waren alle gegen Nazis, von den Senioren in ihren Vorgärten bis zu den kleinen Jungs in Fußballklamotten, die den Nazis schon am Startort Tiernamen entgegen schrien“, berichtet er.

„Es waren einige darunter die auch kritisch über die Neueinwanderer in ihrem Viertel sprachen. Einige fühlen sich mit dem Zuzug von sehr armen und kulturell sehr verschiedenen Menschen überfordert und alleine gelassen – trotzdem lehnten sie die Ideologie der Nazis ab. Um so wichtiger, dass die Politik da unterstützt, wo Integration schwierig wird. Viele Probleme sind hausgemacht. Wenn man beispielsweise Menschen den Zugang zu Sozialsystemen verwehrt, müssen die ja trotzdem irgendwie überleben.“

Einige Teilnehmer des Naziaufmarsches zeigten sich auch gesprächsbereit. Ein Hauptschüler aus Niedersachen berichtete, er sei bei den Nazis, weil er in seiner Klasse erleben würde, dass die ausländischen Schüler nur auf Hartz IV aus seien und gar nicht arbeiten wollten. Eine ähnliche Perspektivlosigkeit sieht er selbst. Sein Lösungsweg ist aber nicht die Resignation, sondern „zu den Nazis gehen, weil die deutsche Werte noch hochhalten“. Als deutschen Wert, nannte er dann die Gleichberechtigung von Mann und Frau. Um das zu wollen, muss man Nazi sein? – „Sehr positiv fand ich, dass sich irgendwann Polizistinnen in unsere Unterhaltung mit eingemischt haben“, berichtet David, „und zwar mit guten Argumenten für eine offene Gesellschaft.“

Einen Tiefpunkt erreichte der Naziaufmarsch bei der Zwischenkundgebung an der Wodanstraße. Von einem Redner angestachelt riefen Demonstrationsteilnehmer „Deutschland den Deutschen – Ausländer raus“. Dies wurde von uns als Volksverhetzung bei der Polizei angezeigt, während Anwohner lautstark und mit Hilfe von Eiern den Nazis zeigten, dass solche Parolen nicht auf besonders viel Zustimmung stoßen. Eine Auflösung der Versammlung wurde von Seiten der Polizei diskutiert, aber letztlich nicht durchgeführt.

Lennart Zumholte, der durch den Wurf eines Sprengsatzes aus Reihen der Nazis am 31. August letzten Jahres verletzt wurde und diesmal die Gegendemonstrationen mit koordiniert hat, hätte sich über mehr Entgegenkommen der Polizei gefreut: „Dass Polizeipräsident Lange Blockaden zwar im Vorfeld als vom Grundgesetz geschützte Demonstrationen bezeichnete, hat uns gefreut. Dass er dann aber alles dafür getan hat, dass wir nicht in die direkte Nähe der Nazi-Route kamen, war um so enttäuschender. Insgesamt kann das aber den Eindruck eines gelungenen Protestes kaum mindern. Die Einigkeit und Friedfertigkeit von BlockaDO und der lautstarke Widerstand der Anwohner waren beeindruckend.“

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