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Gedenktafel für „Schmuddel“ gibt es immer noch nicht

Am 28. März jährt sich der Todestag des ermordeten Thomas Schulz zum zehnten Mal. Vor genau zehn Jahren wurde der Punk mit dem Spitznamen „Schmuddel“ in der U-Bahn-Haltestelle Kampstraße von einem Neo-Nazi niedergestochen. Und seit neun (!) Jahren gibt es den Beschluss der Bezirksvertretung Innenstadt-West, als Erinnerung und Mahnung an diese grausige Tat eine Gedenktafel am Ort des Geschehens aufzustellen.

„Doch passiert ist seitdem absolut nichts“, ärgert sich Gerd Steingötter, Mitglied der Fraktion DIE LINKE in der Bezirksvertretung Innenstadt-West.

Im Januar dieses Jahres stellte die Fraktion DIE LINKE in der Bezirksvertretung eine Anfrage in dieser Angelegenheit. Doch bis zur Bezirksvertretungssitzung im März gab es keine verbindliche Antwort. Der linke Politiker Gerd Steingötter hakte deshalb auch in der März-Sitzung der Bezirksvertretung noch einmal nach, was aus der Tafel und dem neun Jahre alten Beschluss geworden ist. „Angeblich hat sich die Aufstellung wegen Bauarbeiten verzögert“, ärgert sich Gerd Steingötter. „Das muss man sich mal vorstellen. Eine Verzögerung um fast neun Jahre.“

Gerd Steingötter stellte deshalb erneut den Antrag an die Verwaltung, die Tafel endlich aufzustellen, wurde aber vom Bezirksbürgermeister darauf hingewiesen, dass dies sicherlich nicht mehr bis zum Todestag von Thomas Schulz zu realisieren sei.

Uwe MartinschleddeSpontane Unterstützung für den neuerlichen Antrag fand Steingötters Fraktion DIE LINKE beim Piraten Uwe Martinschledde (Foto) sowie den Fraktionen von SPD und Grünen.

Die CDU-Fraktion dagegen hatte die Tafel schon 2006 abgelehnt. Ihre Begründung damals: „Das subjektive Sicherheitsgefühl wird berührt, wenn der normale Passant einen solchen Gedenkstein sieht. Außerdem gehören nicht nur die Übergriffe von Rechts, sondern auch die von Links angeprangert.“

Dass die Neonazis den zehnten Todestag von Thomas Schulz mit einem Fest begehen wollten, findet allerdings auch die CDU nicht in Ordnung: Sie verabschiedete zusammen mit allen anderen Bezirksvertretern (außer AfD) sowie zusammen mit dem Integrationsrat und dem Stadtgymnasium folgende Resolution:

„Wir, die Bezirksvertretung Innenstadt-West, verurteilen die rechtsextremen Einschüchterungsversuche der letzten Zeit in Dortmund. Wir verurteilen insbesondere die fremdenfeindlichen Angriffe gegen Flüchtlinge und einzelne Menschen in unserer Stadt. Wir wehren uns gegen die menschenverachtenden Versuche der Rechten, in unserem Stadtbezirk einen Mord zu feiern.

Wir unterstützen die Gegenveranstaltungen der demokratischen Gruppen und Vereine gegen diese Aktivitäten. Wir fordern weiter die Überprüfung der Verfassungsmäßigkeit der Partei ,Die Rechte’. Die weitere Verbreitung rechtsextremen Gedankenguts in der Bevölkerung muss endlich ein Ende haben!“

Bild: Robert Rutkowski

3 Kommentare

  1. 1

    […] Innenstadt-West, als Erinnerung eine Gedenktafel am Ort des Geschehens aufzustellen. Diese Tafel gibt es immer noch nicht. Blockiert hat vor allem die […]

  2. 2
    Uwe Martinschledde

    Da durch die gemeinsame Unterstützung von Linken, Piraten, Grünen und der SPD mehrheitliche Grundlagen geschaffen wurden und die Umbaumaßnahmen an der U-Bahn Haltestelle beendet sind, werden wir der Verwaltung penetrant bis zur Umsetzung des Beschlußes im Nacken sitzen. Zur Zeit besteht in der BV eh großer Unmut über die schleppende Vollziehung von Beschlüssen.
    Da ich Thomas Schulz persönlich kannte, ist mir dies eine Herzensangelegenheit, die mich ausreichend motiviert am Ball zu bleiben.

  3. 3
    Uwe Martinschledde

    Die Gedenktafel für Thomas Schulz ist Aufgrund von Bitten seiner Familie ad Akta. Die Familie hat die BV gebeten auf die Tafel zu verzichten, was dann auch akzeptiert und umgesetzt wurde.

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