Allgemein - Piratenpartei Dortmund

Seit nun mehreren Wochen gehen in Dortmund Gelbe Westen samstags ‚spazieren’ und halten mitunter wirklich merkwürdige Reden.

Gelbe Westen und kein Ende

Foto Robert Rutkowski

„Gastbeitrag Robert Rutkowski, freier Blogger“

Seit Dezember letzten Jahres versuchen in erster Linie Gruppierungen und Einzelpersonen aus dem rechten Spektrum die Proteste aus Frankreich nach Deutschland zu tragen. In meinem ersten Blog zum Thema habe ich das angeschnitten und auf weiterführende Texte verlinkt.

Auch in Dortmund fanden sich schnell Menschen, die gelbe Westen für sich entdeckten. Etwas war hier aber anders und dient als Beispiel dafür, wie Rechte in neu gebildete Gruppen einfließen, immer größeren Einfluss nehmen und nicht selten in Gänze kapern.

Mitglieder werden nach rechts radikalisiert

Alle Gruppen bundesweit verfolgen dabei ein gemeinsames Ziel. Sie radikalisieren politisch neu interessierte erst behutsam, aber immer weiter nach Rechts. Das konnte man 2014 schon bei den sogenannten Montagsmahnwachen beobachten und selbiges passiert auch aktuell bei den „Gelben Westen“ in Deutschland.

Dortmund bildet insofern eine Ausnahme, als das die Organisierenden sich tatsächlich zusammengefunden haben um soziale Forderungen auf die Straße zu bringen. Ihr erster Fehler dabei war, bei den schon vorhandenen Gruppen abzukupfern und so zum Beispiel „Wir sind nicht links, nicht rechts“ zu übernehmen. Das öffnete die Tür für jenes Spektrum, welches jetzt federführend bei den Demos der Gelben Westen ist. Eine krude Mischung aus Rechten, Reichsbürgern und Menschen, die Verschwörungen jeder Art nicht abgeneigt sind. Eine äußerst gefährliche Mischung.

Hitlerverehrung und Leugnung des Holocaust

Es ist exakt das eingetreten, was sich bundesweit zu Beginn dieser „Bewegung“, im Dezember 2018, angekündigt hat. Schon bei der ersten größeren Veranstaltung waren in Dortmund Teilnehmende aus dem Spektrum der „Patrioten NRW“.  Auch gab es einen Livestream einer Frau aus Düren, die der dortigen AfD zugeschrieben wird.

Aus der Orga hieß es man kenne die Teilnehmer*innen nicht und es würde auch nicht gefragt wer sie sind und woher sie kommen. Wichtig sei alleine das gemeinsame erreichen der Forderungen. Wie gut das funktioniert, kann man in den Chat-Gruppen der Gelben Westen im Bund verfolgen. Zu 90% werden in diesen stramm rechte Inhalte geteilt. Von Hitlerverehrung bis zur Leugnung des Holocaust ist in den Chats alles zu finden.

Foto Robert Rudkowski

Wie stark nach rechts sich der Dortmunder Ableger mittlerweile entwickelt hat, lässt sich am deutlichsten in einem Video von „staatenlos.info“ Dortmund erkennen. Die offen agierenden Reichsbürger, die seit Wochen jeden Donnerstag auf dem Friedensplatz vorzufinden sind besuchten am 26. Januar die Gelben Westen vor der Reinoldikirche. Sie produzierten dort ein Video welches auf YouTube geteilt wurde.

In diesem wird unter anderem die Kriegsschuld Deutschlands an zwei Weltkriegen in Frage gestellt. Weiter heißt es das uns Handys, die man mit der Frequenz der Erde betreiben kann, vorenthalten werden und es wird gefragt, ob man ‚natürlich’ oder durch industrialisierte Ströme sterben will. Mit sozialen Forderungen hat das nichts mehr zu tun.

 

*Dieser Text und Weitere zum Thema „Gelbe Westen“ ist in längerer Version auch auf der Webseite des Autors https://robert-rutkowski.de/ zu finden.

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