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Grade fragt McDevitt: Fahrradverkehr

Dieter McDevitt, Bezirksvertreter in Dortmund-MengedeDieter McDevitt, Bezirksvertreter in Dortmund-Mengede

Dieter McDevitt (McD) ist Bezirksvertreter der Piratenpartei in Dortmund Mengede und sitzt für die Piraten im Umweltausschuss des Ruhrparlaments. Grund genug Antworten zu geben. Diesmal zum Thema: Fahrradverkehr.

David Grade (DG): Wie steht es um das Thema Fahrradverkehr in Dortmund?

Dieter McDevitt (McD): Schlecht. Wie schlecht zeigt sich daran, dass von dem Ziel der Stadt Dortmund „Zwölf Prozent Radverkehrs-Anteil bis 2015“ gerade mal sieben Prozent erreicht wurden. Es mangelt an gut ausgebauten Radwegen, es fehlt an durchgehenden Routen und an der Bereitschaft der anderen Verkehrsteilnehmer, die wenigen Radwege die es gibt, freizuhalten. Und das ist ja nicht nur der Autofahrerinnen und -fahrer, die nur mal kurz zum Geldautomat gehen, sondern auch die Polizei, die Autoverkehrskontrollen regelmäßig auf Radwegen durchführt.
Der Zustand der Dortmunder Radwege ist weit von der Qualität der Münsteraner Radwege entfernt. Und selbst Münster belegt im internationalen Vergleich gerade mal einen Mittelplatz. Das zeigt wie katastrophal die Situation in Dortmund ist.
Es fehlen nicht nur gute, durchgehende und weitgehend kreuzungsfreie Radwege, sondern auch Radstationen, um Räder sicher abstellen zu können. Gerade im Ruhrgebiet wurde seit dem 60er Jahren des letzten Jahrhunderts der Autoverkehr massiv subventioniert, mit dem Ergebnis, dass die Feinststaubverschmutzung die Grenzwerte überschreitet und dass wir viel Geld für Flüsterasphalt und anderen Lärmschmutz ausgeben. Der Radschnellweg Ruhr ist ein Versuch das zu ändern.

DG: Was genau ist der Radschnellweg Ruhr?

McD: Der Radschnellweg Ruhr soll eine Radautobahn von Mülheim bis Hamm werden. Ausreichend breit in guter Qualität und weitgehend kreuzungsfrei. Er soll Radverkehre abseits der touristischen Strecken ermöglichen und mehr Menschen motivieren, ihren Arbeitsweg mit dem Rad zurückzulegen. Hierzu werden zum Beispiel alte Bergbahntrassen genutzt, aber auch die Umwidmung von Straßen zu Fahrradstraßen ist geplant.

DG: Lohnt sich das? Fahren so viele Menschen so lange Strecken mit dem Rad?

McD: Niemand fährt mit dem Auto von München nach Hamburg, sondern eher von Essen Kray bis Dortmund Kley. Diese Radschnellstraße ist deutlich billiger als jede Autobahn. Und wenn man sieht, dass man zu Zeiten der Rushhour mit dem Rad deutlich schneller von der Uni Bochum zur Uni Dortmund kommt, kann man das mögliche Potential erkennen.
Außerdem ist es ja nicht ein entweder Auto oder Rad. Wir müssen einfach viel flexibler werden. Immer mehr Menschen ziehen in die Städte, und das eigene Auto wird immer unattraktiver.
Nehmen wir mal als Beispiel das Kreuzviertel in Dortmund – komplett zugeparkt. Die Wahrscheinlichkeit, dass aus diesem Viertel der individuelle Autoverkehr komplett rausgeworfen wird, ist groß. Noch traut sich keiner das laut zu sagen, aber das wird kommen.

DG: Was würde besser, wenn in Dortmund die Radwege ausgebaut werden?

McD: Ein Blick nach Kopenhagen gibt eine Antwort darauf. Die Lebensqualität der Stadt ist dort beständig gestiegen, da der Autoverkehr zurück gedrängt wurde. Die Radverkehsquote liegt mittlerweile bei 38%. Die Kosten für die Stadt wurden gesenkt, da die Radinfrastruktur viel günstiger ist als die Autoinfrastruktur. Es geht nicht nur um Geld, sondern auch um Gesundheit. Die Anzahl der Herzkreislauferkrankungen in Kopenhagen ist signifikant zurückgegangen.
Mehr Lebensqualität, weniger Erkrankungen, geringere Kosten für die Allgemeinheit – das sind die Gründe der Piraten, um den Radverkehr zu fördern. Das Thema Mobilität ist ein großes Zukunftsthema und somit ein Piratenthema.

DG: Danke für das Gespräch

Das Interview führte David Grade (DG), Mitglied der Piratenpartei Dortmund und seit 2014 für die Piraten in der Bezirksvertretung Innenstadt-Nord.

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