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Horitzky braucht Integrationskurs

DIE LINKE & PIRATEN in BV Innenstadt-Nord zum Leserbrief von Gerda Horitzky

Mit Bestürzung haben DIE LINKE & PIRATEN in der Bezirksvertretung Innenstadt-Nord die öffentliche Meinungsäußerung von Gerda Horitzky aufgenommen. Gerda Horitzky, stellvertetende Bezirksbürgermeisterin in der Dortmunder Nordstadt und CDU-Politikerin, schrieb folgendes an die Medien. „Leserbrief zum Pressebericht „Kopftuch als Kündigungsgrund“ vom 09.07.2014, für mein Empfinden eine völlig richtige Entscheidung. Es kann nicht sein, dass unsere christlichen Konfessionen überall muslimisch unterlaufen werden, zumal wir für Muslime sowieso nur Ungläubige sind. Umso wichtiger ist es unseren Glauben, da wo es geht, zu leben und wie bisher ohne Kreuz auf der Stirn als Demonstration. Ich als Nordstädterin würde im Krankheitsfall ins St.-Johannes-Krankenhaus gehen um mal eine Zeit ohne Kopftücher zu erleben. Das muss im christlichen Abendland möglich sein“

Frau Horitzky ist offenbar durch unsere pluralistische Gesellschaft überfordert. Daher sollte sie dringend einen Integrationskurs absolvieren und das nicht nur um einen differenzierteren Blick auf Muslime zu entwickeln. Viel wichtiger ist es die Fähigkeit zu erlernen sich in ihrem sozialen Nahraum wohl zu fühlen und nicht in jedem Kopftuch eine angebliche muslimische Unterwanderung zu sehen. Ansichten, wie die von Gerda Horitzky, sind gegenwartsuntauglich. Sie erschweren das Zusammenleben aller, weil sie eine Atmosphäre von Misstrauen, Vorwürfen und sogar Hass erzeugen. Ganz besonders wenn diese undifferenzierte Betrachtungsweise von einer stellvertretenden Bezirksbürgermeisterin geäußert wird, die sich mit der Materie offensichtlich noch nicht auseinandergesetzt hat und Überschriften von Boulevard-Magazinen wiedergibt.

DIE LINKE & PIRATEN erwarten daher:

1. Von Ludwig Jörder: Bezirksbürgermeister Jörder hat sich bereits mit deutlichen Worten von CDU-Frau Horitzky distanziert. Diesen Worten müssen Taten folgen. Immerhin wurde Herr Jörder mit einer gemeinsamen Liste von SPD und CDU zum Bezirksbürgermeister gewählt. Kaum vorstellbar, dass die SPD bei ihrer Zusammenarbeit mit der CDU bleibt, wenn letztere sich nicht deutlich zu einer vielfältigen Gesellschaft bekennt und die Worte Frau Horitzkys zurückweist.

2. Von der Stadt Dortmund: Der Leserbrief war auch mit dem Dortmund-Wappen versehen. Die Stadt Dortmund verweist darauf, dass der Brief eine persönliche Meinungsäußerung sei. DIE LINKE & PIRATEN erwarten, dass die Stadt Dortmund ihre Meinung zum Thema „muslimische Unterwanderung“ deutlich macht.

3. Der Kreisvorsitzender der CDU Dortmund, Steffen Kranitz, hat bereits klar gestellt, dass Frau Horitzky nicht die Meinung der CDU vertritt. DIE LINKE & PIRATEN erwarten, dass die CDU-Mitglieder in der Bezirksvertretung Innenstadt-Nord, sich ebenfalls deutlich von den Äußerungen Frau Horitzkys distanzieren.

4. Von Frau Horitzky: DIE LINKE & PIRATEN wissen nicht, ob es sich bei Frau Horitzkys Äußerungen um einen unrühmlichen Versuch handelt, am rechten Rand zu fischen, oder ob sie ihre Aussage eine unüberlegte Überreaktion auf einen Medienbericht darstellt. Gerne würden DIE LINKE & PIRATEN eine Entschuldigung Frau Horitzkys an die durch ihre Äußerung betroffenen Bewohner der Nordstadt sehen. Wenn Sie dazu nicht bereit ist, sollte sie ihr Amt jemandem zur Verfügung stellen, der ihrem Amt gewachsen ist.

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