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Machen wir den Laden zu? Fehlerbearbeitung der Piraten

Piraten in der Wüste - NRW von der dunklen Seite der Macht eingenommenda müssen wir jetzt durch.

Jetzt ist es amtlich – wir Piraten sind in keinem Landesparlament mehr und sind fürs Erste krachend gescheitert. Zu spät haben wir uns darauf besonnen zu zeigen, was alles in den letzten 5 Jahren gelungen ist und wie wichtig Piraten sein können.

Nun liegen sie da unsere Themen. Wenn wir uns entscheiden aufzuhören, gibt es Niemanden mehr, der sich um unsere Themen kümmert. Natürlich gibt es sie überall in den Parteien, die netzaffinen, technikverstehenden Menschen, wie zum Beispiel Konstatin von Notz bei den Grünen. Abgesehen davon, dass die Grünen gerade ganz andere Probleme haben, werden die Politiker, die unsere Themen verfolgen, mit Blick auf den Werdegang der Piraten nicht wirklich ernstgenommen. Jetzt können die Bosbachs, Lindners und Sonstige ihre Worthülsen rausblasen ohne störende Piraten.

Aber jetzt ist nicht die Zeit auf andere Parteien oder die so gemeine Presse zu schlagen. Jetzt muss der Blick nach innen gehen und wir müssen unsere Probleme und Fehler aufarbeiten. Zu vernichtend war die Niederlage, dass man das einfach auf eine böswillige Umwelt schieben könnte.

Ich glaube nicht, dass wir zu dem Schluss kommen werden, dass wir den Laden zumachen sollen, aber es wird eine ernsthafte Handlungsoption sein. Man soll von einem toten Pferd absteigen, aber Teil der Analyse wird sein, ob da noch Puls ist. Ich persönlich habe ja noch ein Mandat bis 2020 und das werde ich auch zu Ende führen und dabei mein Bestes geben.

Für meinen Teil bin ich gerade dabei aufzuarbeiten, was ich persönlich in den letzten Jahren falsch gemacht habe, aber auch, was wirklich gut war. Ich schreibe Dinge auf, die mich wirklich geärgert haben und die meiner Meinung nach geändert werden müssen.
Ich werde alle Artikel über das Scheitern der Piraten lesen und es sind einige dabei, für die sich Journalisten wirklich Mühe gegeben haben. Schauen, ob die Punkte, die da aufgeführt werden valide sind, diese zusammenzufassen und diskutieren. Anders als bisher werden wir das aber intern und nicht über Twitter oder so besprechen. Das heißt aber nicht, dass wir das so machen wie die Anderen – Tür zu und nachher sind alle Freunde. Intern heißt, wir treffen uns persönlich, aber jeder ist eingeladen an der Neuerfindung der Piraten teilzuhaben. Hinterzimmer wird es auch jetzt nicht geben.

Ein weiterer Teil der Analyse wird sein, wer uns in Zukunft wählen soll.  2 bis 5 Prozent ( je nach Bundesland) nerdige Menschen sind zu wenig, zumal wir da einen Großteil fürs erste verprellt haben. Mir ist klar, dass es gerade bei diesem Punkt bei den Piraten andere Meinungen gibt, aber ich lasse mich gerne überzeugen. Ich möchte nicht unser Programm nach Wählern ausrichten, aber die Präsentation für verschiedene Wählerschichten ist schon wichtig.

Die Protestwähler, die sich gerade bei der AfD niedergelassen haben, sind keine Gruppe, die wir einrechnen sollten. Diese Wähler interessieren sich anscheinend nicht für Inhalte, sondern wollen nur ihre Unzufriedenheit ausdrücken. Jemand, der bereit ist sein Kreuz bei einer rechten Partei zu machen, nur um ‚denen da oben‘ eins auszuwischen, ist mir suspekt.

Was ist aber die Alternative? Soll man die Digitalisierung mit all ihren Facetten konservativen Unionspolitikern oder technikfeindlichen SPDlern überlassen? Sollen wir resignieren und versuchen, die Themen in anderen Parteien einzubringen?

Ich freue mich über Feedback

Dieter McDevitt

Der Inhalt der Artikel gibt die Meinungen der einzelnen Autoren wieder und ist keine offizielle Verlautbarung der Piratenpartei.

Bild CC BY-SA 3.0 DE von Oliver Bayer

2 Kommentare

  1. 1
    Schlunder Wolfgang

    Es ist nie die Zeit auf andere Parteien oder die so gemeine Presse zu schlagen.

  2. 2

    Das werde ich hier auch nicht machen, aber Kritik am politischen Gegner ist meiner Meinung nicht nur legitim, sondern auch nötig.

Was denkst du?