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Resümee: Drogenberichte und -studien

Wie jedes Jahr im August findet sie auch in diesem Jahr statt – die Hanfparade.

Die Hanfparade ist die größte Demonstration Deutschlands zum Thema Cannabis, auch wenn sich Veranstaltungen wie die Dampfparade in Köln und der Global Marijuana March (der von uns Dortmunder Piraten ja maßgeblich vor Ort initiiert wurde) ebenfalls mittlerweile etabliert haben.

Auch heute erwarten die Veranstalter wieder Tausende von Besuchern und Rednern aus allen Ecken Deutschlands. Ich selbst musste meine Teilnahme leider kurzfristig doch aus persönlichen Gründen absagen (und möchte an dieser Stelle noch einmal Anne Helm danken, die so nett war, meine Lücke in der Rednerliste für mich zu füllen!).

Doch auch medial hat das Thema „Legalität bzw. Illegalität von Drogen“ in der letzten Monaten viel Aufmerksamkeit bekommen. Da kamen Studien auf, die angeblich die ersten toten Kiffer belegten, die jedoch bei jedem, der über nur das geringste Verständnis für empirische Wissenschaften verfügt, nur zu einem Kopfschütteln führen konnten. Da wurden erfolgreichen Persönlichkeiten weitere mögliche Erfolge pauschal abgesprochen, da ihr Drogenkonsum bekannt wurde.

Doch auch andere, weitaus ernster zu nehmende Studien und Berichte wurden veröffentlicht:
Mitte April schon erschien die Global Drug Survey. Eine Studie, die nicht einfach nur fragte, wie viele Menschen Drogen konsumieren (und dabei den automatischen Rückschluss zieht, dass jeder Konsument ein Wrack ist, das sich nicht mehr aktiv in unsere Gesellschaft einbringen kann), sondern die u.a. auch fragte, welche Drogen konsumiert wurden, in welchem Ausmaß und wie die Lebensverhältnisse dieser Menschen sind.

Sichtbar wird dabei, dass es sich bei illegalen Drogen kaum anders als bei legalen Drogen wie Alkohol verhält:
Manch einer trinkt mal sein Bier oder Glas Wein, aber es gibt auch alkoholkranke Dauerkonsumenten. 71 Prozent der teilnehmenden Konsumenten sind berufstätig in Vollzeit oder im Nebenjob, die Hälfte gab an zu studieren oder in der Ausbildung zu sein (50 Prozent).

Zahlen, die eindrucksvoll belegen, dass das Ammenmärchen, alle illegalen Drogen würden bei jedem Konsumenten sofort eine hochgradige Sucht erzeugen, nicht mehr ist als eine Gruselgeschichte mit dem Wahrheitsgehalt von „Hellraiser“.

Und auch das öffentliche Bild vom dauerberauschten Drogenkonsumenten, der zu keiner sinnvollen Arbeit oder gesellschaftlicher Teilhabe fähig ist, ist damit als nicht haltbar entlarvt.

Auch der am 2. Juli veröffentliche „Alternative Drogen- und Suchtbericht 2014“ legt dar, wie wenig der gesetzliche und politische Umgang mit gesundem Menschenverstand zu tun hat.

Statt dem Schwarzmarkt die Grundlage zu entziehen, werden Steuergelder in die Strafverfolgung von Konsumenten gesteckt, während der Krieg gegen die Drogen weiterhin Todesopfer fordert. Statt Konsumenten die Möglichkeit zu geben, ihre Drogen auf schädliche Beimengungen und Streckmittel zu untersuchen, lassen wir zu, dass das Risiko beim Konsum dadurch noch potenziert wird.

Statt Kinder frühzeitig aufzuklären und zu verantwortungs- und risikobewussten Menschen zu erziehen, vermitteln wir ihnen unvermindert weiterhin auf Plakatwänden, dass jene Drogen, die die meisten Todesopfer fordern (Tabak und Alkohol), total cool sind. Doch der Bericht zeigt auch mögliche Lösungswege auf und bietet ein paar „Best Practice“-Beispiele.

Schade – die Zeit, die es kostet, diese knapp 200 Seite zu lesen, werden sich vermutlich genau jene nicht nehmen, die es am dringendsten nötig hätten …

Was denkst du?