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Wahlkampf 2017 – Kribbeln

Der Inhalt der Artikel gibt die Meinungen der einzelnen Autoren wieder und ist keine offizielle Verlautbarung der Piratenpartei.

Ein Blogbeitrag von David Grade, seit 2014 für die Piraten Dortmund in der Bezirksvertretung Innenstadt-Nord.

Am 14. Mai 2017 ist Landtagswahl. Ich spüre schon das Kribbeln, das ich bisher bei jeder Wahl hatte.
Diese Chance, das was mir wichtig ist, in die Öffentlichkeit zu tragen und Menschen, die meine Ziele vertreten, die ähnlich „ticken“ wie ich, in ein Parlament oder in einen Rat zu bekommen – Demokratie ist Geil. Auch wenn es noch geiler wäre, wenn ich nicht immer jahrelang warten müsste, bis ich mich direkt für etwas oder jemanden entscheiden kann.

Mein erster Wahlkampf war 2012. Ich fuhr mit einem Freund vor das Taranta Babu, wir gingen rein, schleppten eine Weile Plakate und Kabelbinder raus, stopften sie ins Auto und hängten die Dinger in Sölde, Sölderholz, Aplerbeck und Lichtendorf auf. Jemand hatte uns erklärt, wie wir die Standorte in eine App eintragen sollten – funktionierte nicht – egal. Wir erzählten rum wie begeistert wir von den Piraten waren, wie sie alles anders machen würden und gingen das erste Mal mit dem Gefühl zur Wahl, jemanden zu wählen, den wir wirklich gut fanden.

Die Wahlkämpfe danach waren anstrengender, nicht weil der Hype weg war, sondern weil ich im Vorstand der Piraten Dortmund saß. Ich bekam mit, was alles an Logistik, Entscheidungen und Schwierigkeiten in so einem Wahlkampf stecken. Wer bestellt wann, welche Plakate? Darf man als Piratenpartei Youtube-Werbung schalten? Wann kommen die Flyer vom Landesvorstand? Und sollte Mensch nicht doch eigene drucken, damit rechtzeitig welche da wären? Und was zum Klabautermann schreibt man in die verdammten Flyer, wenn man tausende Zeilen Wahlprogramm hat? Bezahlt man Profis für Spezialaufgaben? Oder wäre das unfair gegenüber den vielen, vielen Menschen, die ehrenamtlich hunderte Stunden Arbeit in das Piratenprojekt und den Wahlkampf gesteckt hatten?

Alles Fragen die lähmen können, die langsam machen und die gerne in Grundsatzdiskussionen ausarten, wenn Mensch lieber am Telefon hängen würde, um Medienvertreter abzutelefonieren und nach Interviewterminen zu fragen. Und trotzdem, trotzdem war das Kribbeln immer noch da. Diese Lust sich für seine Ideen einzusetzen. Nicht nur bei mir. Fragt ruhig die anderen Irren, die sich jedesmal die Nächte um die Ohren geschlagen haben – die haben das Kribbeln auch.

Und ja, es ist eine tolle Erfahrung auf Podiumsdiskussionen zu sitzen und piratige Ideen im Angesicht des politischen Gegners zu präsentieren. Und ja, es macht Spaß um drei Uhr Nachts mit anderen Pirateneichhörnchen an den Antworten auf Wahlprüfsteine rumzufeilen. Und ja, es macht Spaß zuzusehen, wie ein guter Spruch mit einem lustigen Bild sich über die sozialen Netzwerke verbreitet. Und ja, es macht Spaß im Regen zu stehen und Plakate aufzuhängen und zu wissen, wir sind die Ersten. Wahlkampf ist ’ne geile Zeit – vielleicht aus vollkommen irrationalen Gründen.

Den nächsten Vorstand, den wir am 22.05.16 wählen werden, ist der Vorstand, der uns bis zu den Wahlen 2017 begleiten wird. Ich wünsche ihn mir mutig, entscheidungsfreudig, laut. Der Vorstand wird aber nicht entscheiden, wie der Wahlkampf laufen wird – das tun wir alle. Wir alle, die Bock auf Wahlkampf haben und das Kribbeln spüren und die sich organisieren werden, um das Ding zu rocken.

Am 05.06.2016 wählen wir die Direktkandidaten für die vier Wahlkreise in Dortmund. Stellt Euch zur Wahl! Sammelt die Erfahrung, wie das ist und gewinnt, wenn’s geht! Irgendwann im September gibt es eine Landesaufstellungsversammlung. Da wählen wir, ob und in welcher Reihenfolge Menschen für die Piraten in den Landtag kommen werden, wenn wir die 5% Hürde knacken – und dann geht es richtig los mit dem Wahlkampf.

Am 15. Mai 2017 wählen wir. Und dann müssen wir wieder eine Weile warten, bis wir das Kribbeln wieder spüren: Wahlkampf.

Schon immer mussten die Piraten für ihre Prozente RudernIn Wahlkämpfen mussten die Piraten schon immer für ihre Prozente rudern.

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