Die Webseite der Piratenpartei Dortmund

Wir können gar nicht aufhören

Ich habe heute mit meiner Mutter telefoniert, um ihr noch nachträglich zum Muttertag zu gratulieren.
Dabei meinte sie auch, dass es ja schade wäre, dass wir am Sonntag so schlecht abgeschnitten hätten. Sie hatte ja extra auch noch Flyer für uns verteilt. (Ja: Meine Mutter hat Wahlkampf für die Piraten gemacht. Das hätte ich vor ein paar Jahren auch noch nicht erwartet. Schließlich sind meine Eltern eher so das klassische, konservative CDU-, oder vielleicht FDP-Wähler Lager. Ebenso wie die meisten Personen in ihrem Bekanntenkreis.) Jedenfalls erzählte sie mir, dass viele Leute mit denen sie geredet hätte wohl vor allem Probleme mit unserem Namen hätten.
Piraten, das sei ja so negativ belegt.
Wo der Name eigentlich her käme?
Ich habe ihr dann ein bisschen was über die Historie der Piratenpartei erzählt, und dass im Bereich des Internets der Begriff „Pirat“ eine etwas andere Bedeutung hat. Wir sind nun mal die Internetpartei und können und wollen unsere Wurzeln da nicht verleugnen.
Wir kamen dann in unserem Gespräch auf die allgemeine Bedeutung des Internets und der Computer in unserer heutigen Welt, und dass viel zu viele Menschen noch viel zu wenig Ahnung von Computern und dem Internet haben. Meine Mutter meinte dann, das mit den Computern und dem Internet würde halt vielen Leuten (ihr inklusive) Angst machen. Das wäre ja gefährlich, das hätte man ja gerade in den letzten Tagen wieder gesehen mit diesem neuen Virus der alles Mögliche lahm gelegt hätte. Die Menschen wollten deswegen halt Sicherheit und Kontrolle über das Netz.
Ich habe ihr dann erst einmal erklärt, dass das Problem mit dem „Neuen Virus“ ganz andere Ursachen hat. Wir haben eine Softwaremonokultur, die von einem amerikanischen Konzern abhängig ist. Dieser Konzern wird von seinen Geheimdiensten dazu gezwungen, Hintertürchen in seine Software ein zu bauen. Schließlich wollen diese Geheimdienste „im Namen der Sicherheit“ jederzeit rein kommen können. Und siehe da, früher oder später werden diese Hintertürchen auch von Kriminellen entdeckt und genutzt. Das ist in etwa so, als würden wir einen dicken, sicheren Banksafe herstellen, aber hinten machen wir ein Loch rein, das wir nur mit Tapete zu kleben. Dann bauen wir ausschließlich diese Art von Safe überall auf der Welt ein, und wundern uns dann, dass eines Tages unser Geld weg ist.
Die technischen Details hat meine Mutter, die nicht sehr Computeraffin ist, nach eigener Aussage nicht verstanden, wie wahrscheinlich die meisten Menschen da draußen auch. Aber was sie verstanden hat, ist dass nicht „das Internet“ Schuld ist, sondern die Menschen die nicht wissen, was sie tun und deswegen leichtfertig die Kontrolle an ausländische Megakonzerne abgeben. Und dass in Deutschland die Politiker der großen Parteien seit Jahren den Anschluss verpasst haben, weil sie das über 30 Jahre alte Internet immer noch als „Neuland“ betrachten und von Computern einfach keine Ahnung haben.
Ebenfalls einig waren wir uns auch über eine andere Sache: Ungeachtet des Wahlergebnisses. Wir Piraten können gar nicht aufhören. Wir sind die einzige Partei, die „das mit dem Internet“ wirklich anpacken will. Wir müssen weiter machen. Jetzt erst Recht.
Und meine Mutter wird sicher auch bei der nächsten Wahl wieder Flyer für uns verteilen.

 

Der Inhalt der Artikel gibt die Meinungen der einzelnen Autoren wieder und ist keine offizielle Verlautbarung der Piratenpartei.

 

Text von Andrea Wille

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